Mittwoch, 10. Dezember 2008

8., 9., 10. ...

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... und die Zeit rast. Warum habe ich denn jedes Jahr in der Adventszeit das Gefühl, kaum hinterher zu kommen?! Weil die eigenen Ansprüche so hoch gesteckt sind? Nein, dieses Jahr ist es anders, ehrlich! Die Deko fällt bescheiden aus, das Haus glänzt nicht (immer), es sind noch nicht kiloweise Plätzchen gebacken, noch keine Adventsgäste eingeladen worden ...
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Ich, wahrscheinlich aber auch der Rest der Familie, brauche einfach Ruhe! Ruhe, weil die letzten Wochen sehr anstregend waren und vollgepackt mit Terminen aller Art. Am Montag Abend hätte ich vor Erschöpfung und gleichzeitig vor Freude, die Jahresarbeitstermine abgearbeitet zu haben, etlich Tränen vergießen können. Anstelle dessen, bin ich schon kurz nach acht ins Bett gefallen und habe viel Schlaf nachgeholt. Nun wird es etwas ruhiger in meinem Alltag und das tut echt gut!
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Heute wurde ich mit schönen Nachrichten von meinen beiden Schulkindern überrascht:-). Am Nachmittag fand in der Klasse des Mittleren die Weihnachtsfeier statt. Wieder haben sich viele Mamas, Omas und Geschwister zusammen mit den Zweitklässlern ein paar schöne Stunden gemacht. Insgesamt ging es erstaunlich ruhig zu, bei so vielen Kindern. Um sechs Uhr waren wir, nach Lieder singen, Flötenspiel und Basteln neben Kaffeetrinken und Plätzchen essen, wieder zu Hause. Ich glaube so langsam wird es was mit der Weihnachtsstimmung, langsam.
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Die vier Kerzen

Elsbeth Bihler

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Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße FRIEDEN. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden. Sie wollen mich nicht.“ Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

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Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße GLAUBEN. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die Kerze war aus.

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Leise und sehr traurig meldete sich die dritte Kerze zu Wort: „Ich heiße LIEBE. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“ Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

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Da kam ein Kind in den Raum. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und fast fing es an zu weinen. Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße HOFFNUNG.“ Mit einem Hölzchen nahm das Kind Licht von dieser Kerze und erweckte die anderen Lichter Frieden, Glauben und die Liebe wieder zu Leben.
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1 Kommentar:

Ute hat gesagt…

Ja, die Zeit rast so dahin, und man muss sich schon selbst sehr bemühen, damit es besinnlicher wird. Ich rege mich aber gar nicht erst darüber auf. Es sind wahrscheinlich wirklich vor allem die eigenen Ansprüche, die einen in Stress bringen. Ich freue mich jeden Abend, wenn ich auf der Couch sitze, an meinem schönen Adventsfenster und morgens beim Frühstück darüber, dass der Adventskranz brennt. Der Rest vom Tag ist dann meist weniger besinnlich, aber auch okay. (Ich darf bloß nicht vergessen, noch diverse Weihnachtsgeschenke zu besorgen!)
Dir noch eine schöne Zeit und liebe Grüße Ute