Sonntag, 10. Februar 2008

Jedes Jahr

am ersten Sonntag nach Aschermittwoch werden hier im Fuldaer Land nach alter Tradition Hutzelfeuer abgebrannt. Auch wir haben uns heute Abend, nach einem wunderschönen und sonnigen Tag, zu "unserem" Hutzelfeuer aufgemacht. Die Wurzel des Brauches stammt aus den Zeiten, weit vor der Christianisierung. Mit dem Hutzelfeuer soll der Winter ausgetrieben und der nahende Frühling begrüßt werden. Der Begriff "Hutzelfeuer" ist eine Ableitung von den Hutzeln, einer regionalen Bezeichnung für gedörrte Birnen und Zwetschgen, welche traditionell an diesem Tag gegessen werden.



Wir sind von einer befreudeten Familie abgeholt worden und gemeinsam zum Hutzelhaufen marschiert. Und wenn dann dort so viele Menschen aus den umliegenden Straßen zusammenkommen und Alle irgendwie so friedlich miteinander sind, da kommt immer wieder ein schönes Gemeinsamkeitsgefühl auf. Man trifft viele Bekannte, schwätzt, die Kinder sind mit ihren Lampignons oder Fackeln unterwegs und alle warten! Zuerst laufen die Hutzelkinder um den Haufen und singen die traditionellen Hutzel-Lieder. Und dann: Ein Auserwählter darf endlich das Hutzelfeuer entzünden! Es ist für Groß und Klein ein beeindruckendes Erlebnis, wenn der riesige Hutzelhaufen in Flammen aufgeht und der Winter in Form einer Strohpuppe, welche an einem in der Mitte des Haufens stehenden Baum angebunden ist, verbrennt. Und nebenher errichten die zahlreichen Kinder viele kleine, eigene Hutzelfeuerchen, die Erwachsenen stehen klönend beeinander und es ist immer sehr lustig. Wir hatten uns mit einigen Freunden verabredet und so ist es dann doch recht spät geworden. Die beteiligten Freunde-Männer sind noch bei einem Freund, der in der Nähe des Geschehens wohnt, abgebogen ;-). Und zumindest meine Kids mußten erst mal einem Bad unterzogen werden. Es mag ja sein, daß man geräuchert länger haltbar ist, aber am nächsten Morgen ist so ein abgestandener Holzkohlegeruch nicht wirklich mein Ding. Da morgen früh durch Schule und Kindergarten nicht wirklich noch Zeit für eine Wanne wäre, mußte das heute Abend noch sein. Sie sind dann gereinigt, gelüftet und geknuddelt super friedlich eingeschlafen.

Ein schöner Tag!!

Kommentare:

Fuchsienrot hat gesagt…

Guten Morgen Kathrin,
ich finde es sehr schön, wenn so alte Traditionen noch gepflegt werden. Bei uns hier ist das meistens nicht mehr so der Fall.
Ich hoffe mal, dass es euch auch wirklich gelungen ist, den Winter auszutreiben...;-)
Liebe Grüße
Angelika

Brigitte hat gesagt…

Hallo Kathrin,
da bin ich ja froh, dass das in anderen Regionen auch noch abgehalten wird. Hast du schön beschrieben, es ist tatsächlich ein etwas anderer Ablauf als hier bei uns. Aber so lernt man ja auch einiges dazu. Bei uns sah das leere Kreuz dann ja wirklich irgendwie schaurig aus, aber es war ja auch nur eine Strohpuppe, die hier verbrannt wurde.
Herzliche Grüße, Brigitte